Im Laufe von mittlerweile (Stand 2020) fast 140 Jahren Vereinsgeschichte ist es klar, dass es auch eine ganze Reihe von Dirigenten gab.
Damit sie nicht vergessen werden, wollen wir hier an sie erinnern.

Dirigenten des großen Orchesters

Seit Sommer 2018: Sebastian Muhl

Im Sommer 2018 hat Sebastian Muhl seinen Weg zur Stadtkapelle Bergen-Enkheim gefunden. Zunächst sollte der in Frankfurt wohnende Musiker nur aushilfsweise das Dirigat übernehmen. Sowohl für den jungen Dirigenten als auch für unser Orchester stimmte die Chemie so gut, dass eine fortwährende Zusammenarbeit von beiden Seiten gewünscht wurde.
Als Instrumentalist hat er mit der Trompete angefangen. Posaune, genauer gesagt Bassposaune (heute sein Hauptinstrument), lernte er erst im Alter von 17.
Neben seinem Dirigat bei der Stadtkapelle arbeitet er als Musiker. Das beinhaltet verschiedene Tätigkeiten: Konzerte mit Orchestern, Ensembles oder solistisch, Dirigieren und Unterrichten.
Zusätzlich zu seinem künstlerischen Studium mit der Posaune, hat er noch ein pädagogisches Lehramtsstudium absolviert.
Wir alle freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Sebastian und wünschen ihm (und uns), dass seine Visionen in Erfüllung gehen.

Frühjahr bis Sommer 2018: István Lukács

Beim Frühjahrskonzert 2018 erfolgte die Stabübergabe von Dr. Heribert Kling an seinen Nachfolger István Lukács.
Der gebürtige Ungar hatte erfolgreich sein Bachelorstudium an der Trompete abgeschlossen und war in Frankfurt an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst, um ein Masterstudium anzuschließen.
In einem für die Stadtkapelle neuen und aufwendigen Prozess wurde István aus mehreren Bewerbern ausgewählt.
Schon zu Beginn der Zusammenarbeit war es beiden Seiten bewusst, dass István neben seinem Studium auf der Suche nach einer Festanstellung als Musiker in einem Orchester war.
Schneller als erwartet kam es dann im Sommer 2018 dazu, dass er eine Aushilfsstelle als stellvertretender Solotrompeter beim Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin annehmen konnte.
Schön für ihn. Schlecht für uns …
Eine Sache hat er aber in seiner kurzen Amtszeit bei der Stadtkapelle bewirkt: seit seinem Amtsantritt beginnen die wöchentlichen Orchesterproben nicht mehr um 20 Uhr, sondern bereits um 19:45 Uhr.

1998 bis Frühjahr 2018: Dr. Heribert Kling

Genau wie sein Vor-Vorgänger Hans Vogel hatte Heribert Kling eine, wenn auch andere Passion: den Bigband Sound.

Als er das Orchester 1998 übernahm und – zum Leidwesen aller – sein gepflegtes Flügelhornspiel ruhen ließ, mussten sich die Musiker der Stadtkapelle oftmals auf für sie musikalisch unbekanntes Terrain begeben.
Das eine oder andere mal hatte Heribert viel Überzeugungsarbeit zu leisten, um einige „Aufmüpfige“ bei der Stange zu halten. Die vielen gelungenen Auftritte und die erfolgreichen Konzerte gaben ihm aber letztendlich Recht, seinen Weg so zu gehen, wie er es für richtig hielt.

Nach 20-jähriger Amtszeit, in der er zu oft Mensch war, statt als Dirigent ein Diktator zu sein, fühlte er sich aber ausgebrannt und wollte den Weg für neue Impulse freimachen.
Wir alle sind Heribert zu GROßEM Dank verpflichtet für die lange, ehrenamtlich geleistete Arbeit und würden uns freuen, wenn er bald wieder sein Flügelhorn auspackt, um uns musikalisch im Orchester zu unterstützen.

1995 bis 1998: Uwe Stephan


Uwe Stephan war 14 Jahre lang Vorsitzender der Stadtkapelle.
Seine heimliche Leidenschaft war aber das Dirigieren.
So war es für niemand verwunderlich, als er im Jahr 1995 die Vetretung des gesundheitlich angeschlagenen Ehrenstadtkapellmeisters Hans Vogel übernahm. Uwe schwärmte für die Klassik (und für Margit Sponheimer!!) und daher hat die Stadtkapelle in seiner Amtszeit einige Transkriptionen berühmter Klassischer Werke aufgeführt. Orpheus in der Unterwelt, Pariser Leben, Ungarische Tänze, um nur einige Titel zu nennen.

1982 bis 1995: Hans Vogel

Ehrenstadtkapellmeister Hans (James) Vogel ist seit 1955 Mitglied der Stadtkapelle. Mit seiner fundierten Ausbildung an Klarinette und Akkordeon war er u.a. Leiter der TMB-Combo, der vereinseigenen Tanzkapelle, die Anfang der 80er Jahre aufgelöst wurde.

In den 70er Jahren war er Vizedirigent des großen Orchesters und von 1982 bis 1995 der musikalischer Leiter des Jugendorchesters, das schließlich in die Stadtkapelle übergegangen ist.

Hans schwärmte für die Musik von James Last und so ist es nicht verwunderlich, wenn wir in unserem Notenarchiv stöbern und viele Titel mit der Bezeichnung „Happy Sound“ oder „A la James“ finden.
Auch die Südamerikanischen Rhythmen liebte er sehr, was sich auch in den Konzertprogrammen „seiner Zeit“ wiederspiegelt.
Wann immer es seine Gesundheit erlaubt, kommt er zu unseren Konzerten, um seine Stadtkapelle zu hören.

1975 bis 1982: Ernst Dragesser

In die Amtszeit von Ehrenstadtkapellmeister Ernst Dragesser „der Chef“ fällt wohl die erfolgreichste Zeit der Stadtkapelle.
Konzertreisen führten uns nach Österreich, ins frühere Jugoslawien, nach Kanada und in die USA.
Zusammen mit Heinrich Völp und anderen hatte er im Jahr 1968 das Jugendorchester der Stadtkapelle gegründet und viele der jungen Musiker selbst ausgebildet. Kein Instrument war ihm fremd. Und es gab praktisch kein Instrument, dem er nicht einige Töne entlocken konnte.
Mit seinem Taschenmesser konnte er jedes Instrument reparieren, auch wenn der zugehörige Musiker dabei einige Flüche über sich ergehen lassen musste („Herrrrrgott noch enei“, „glaubst nit dass möglich wärrrrr“).
Im Grund war er aber ein herzensguter Mensch, der für die Musik gelebt hat und „seine“ Musiker auch geliebt hat. Schließlich hat er die meisten davon persönlich ausgebildet.
Natürlich war er auch ein begnadeter Musiker und hat das Euphonium sehr gefühlvoll gespielt.
Wir werden unseren „Chef“ immer in guter Erinnerung behalten!

1968 bis 1970: Heinrich Völp

Zusammen mit Ernst Dragesser war Heinrich Völp der Vater des im Herbst 1968 neu gegründeten Jugendorchesters der Stadtkapelle.
Er war der erste Dirigent des Jugendorchesters und hat sich sehr erfolgreich darum bemüht, die junge Rasselbande zu bändigen und ihnen das gemeinsame Musizieren näher zu bringen.
Darüber hinaus hat er viele der Holzbläser ausgebildet.
Durch sein großes Engagement hat er viel dazu beigetragen, dass die Zukunft der Stadtkapelle gesichert wurde.
Auch dafür sind wir ihm postum zu großem Dank verpflichtet.
Im Jahr 1970 übergab er die Orchesterleitung des Jugendorchesters an Ernst Dragesser.

1946 bis 1975: Heinrich Simon

Im Jahr 1946 übernahm Heinrich Simon den Taktstock beim Musikverein Bergen, den er bis zum Jahr 1975 behielt.
Wie einer seiner Vorfahren war der studierte Musiker „Anstreicher und Musikant“, eine damals offensichtlich gängige Kombination.
Heinrich Simon war aber nicht nur ein Musiker aus Leidenschaft, sondern übernahm auch Verantwortung, indem er den Verein über viele Jahre als Vorsitzender leitete.
Mit seiner lockeren Art war der Lebenskünstler, der es privat nie leicht hatte, sehr beliebt.
„Ein dicker Hund“, war einer seine Lieblingssprüche, wie auch „eine kleine Spielerei“, bei der man sich plötzlich vor der Jahrhunderthalle in Höchst wiedergefunden hat …

Über die vorherigen Dirigenten ist außer deren Namen leider nichts weiteres überliefert

1945 bis 1946: W. Becker jr., Otto Jysky und Horst Müller

1923 bis 1939: Fritz Linsel

1920 bis 1923: Theo Hirdes

1918 bis 1920: Alwin Göthe

1893 bis 1918: Christian W. Becker

1881 bis 1893: Steueraufseher Schneider